Ich & Michael Schumacher.
Oder: Mein erster Preisausschreiben-Gewinn.
Wenn man von ein paar Euro Gewinn beim LOTTO (das ist aber schon so lange her, daß es damals noch in DM ausgezahlt wurde) absieht, habe ich erst einmal bei einem Preisausschreiben gewonnen. Was natürlich auch daran liegen kann, daß ich auch erst einmal bei einem Preisausschreiben mitgemacht habe.
Es war im Jahre 2000.
Eines der zwei hiesigen Volksblätter bot eine zweitägige Reise für eine Person nach Marinello (so heißt doch der Sitz von Ferrari-Heimatstall, oder?) an, inklusive Treffen mit Michael Schumacher himself. Ja, genau dem. Dem großen Bruder von Ralf. Dem, der meine langjährige Begeisterung für F1 in genau dem Jahr zum Erlahmen brachte.
("Was ist der Unterschied zwischen Michael Schumacher und Gott? - Gott hält sich nicht für Schumacher!")
Man mußte lediglich eine Begründung dafür einsenden, warum man diese Reise verdient hätte.
Mir wäre ja lieb gewesen, ich hätte überhaupt erstmal eine Begründung dafür gefunden, warum ich da überhaupt mitgemacht habe. Wahrscheinlich wollte ich ihm im Falle des Gewinnes einfach nur sein arrogantes Kinn geraderücken. Aber damit hätte ich ganz sicher nicht gewonnen. Also schrieb ich:
"Wenn ich gewinne, würde ich die Reise meinem Freund (einem fanatischen Schumacher-Fan!) schenken, weil er genau dann (Zeitpunkt der Reise) frei hat.
Und mein Geliebter auch."
Zwei Tage später eine Mail mit der Bestätigung, daß die Redaktion sich dafür entschieden hätte, daß meine "Begründung" gewonnen hätte. (Ohje, wie grottenschlecht müssen da die anderen Einsendungen gewesen sein - wahrscheinlich so Sprüche wie "Ich bin der größte Schumi-Fan, den es gibt, ich gucke jedes Rennen!" oder so...)
Meine Freude hielt sich in Grenzen.
Mein damaliger Freund, dem ich die Reise dann ja tatsächlich schenkte, hätte mich wahrscheinlich allein nur deswegen geheiratet.
Um das zu erklären, müßte ich erzählen, daß er ein Fan derallerübelsten Sorte F1 war, wie sie im Buche steht: während des Rennens wird natürlich ein Ferrari-Schumacher-Trikot angezogen; während der deutschen Siegerhymne für Schumi erhebte man sich selbstverständlich aus dem Sessel, und bis zum nächsten Rennen wird der Ferrari-Schumi-Strickschal auf der Hutablage ausgebreitet (man fuhr widersprüchlicherweise Mercedes). Fatalerweise stand im Garten meiner Mutter ein längst nicht mehr genutzter Fahnenmast (ehemalig für Schützenfest- und Prozessions-Flaggen gedacht), an dem dann nach Saisonende brav eine Schumi-Ferrari-Flagge gehisst wurde.
Ich glaube, mir war in meinem Leben noch nie etwas so peinlich.
Das sind ja Sachen, die weiß man nicht, wenn man jemanden kennenlernt. Die stellen sich ja wie so vieles erst im Laufe der Zeit (hier: beim ersten Rennen) heraus.
Und ich glaube, diese Dinge spielten auch eine große Rolle bei unserer Trennung kurze Zeit später.
Dem Jungen standen also die Tränen in den Augen, als ich ihm durch meine dämliche Antwort ein Shake-Hands mit seinem Idol ermöglichte.
Daß das ganze Treffen nur 10 Minuten dauerte (und er nur einer von ca. 30 Männern war, die darum anstanden, zu Schumi hinab- oder hinaufzublicken) und der ganze Aufwand (Charterflug ab Ahden/Lippstadt, Umsteigen in Frankfurt, Übernachtung in einer italienischen Kaschemme) eigentlich in keinem Verhältnis standen, sehe wahrscheinlich nur ich so.
Auf meiner Hass-Liste (siehe Punkte 18-21) stand Schumi aber schon vorher.
Künftig mache ich nur noch bei Preisausschreiben für mindestens 2 Personen mit, wo es eine Reise in die Karibik zu gewinnen gibt.
Oder ein Auto.
Aber bitte keinen Ferrari.
Ich hasse Rot.
Und Schumacher.
Ich wollte es nur nochmal erwähnt haben.
Nicht, daß ich das vergesse.
Wenn man von ein paar Euro Gewinn beim LOTTO (das ist aber schon so lange her, daß es damals noch in DM ausgezahlt wurde) absieht, habe ich erst einmal bei einem Preisausschreiben gewonnen. Was natürlich auch daran liegen kann, daß ich auch erst einmal bei einem Preisausschreiben mitgemacht habe.
Es war im Jahre 2000.
Eines der zwei hiesigen Volksblätter bot eine zweitägige Reise für eine Person nach Marinello (so heißt doch der Sitz von Ferrari-Heimatstall, oder?) an, inklusive Treffen mit Michael Schumacher himself. Ja, genau dem. Dem großen Bruder von Ralf. Dem, der meine langjährige Begeisterung für F1 in genau dem Jahr zum Erlahmen brachte.
("Was ist der Unterschied zwischen Michael Schumacher und Gott? - Gott hält sich nicht für Schumacher!")
Man mußte lediglich eine Begründung dafür einsenden, warum man diese Reise verdient hätte.
Mir wäre ja lieb gewesen, ich hätte überhaupt erstmal eine Begründung dafür gefunden, warum ich da überhaupt mitgemacht habe. Wahrscheinlich wollte ich ihm im Falle des Gewinnes einfach nur sein arrogantes Kinn geraderücken. Aber damit hätte ich ganz sicher nicht gewonnen. Also schrieb ich:
"Wenn ich gewinne, würde ich die Reise meinem Freund (einem fanatischen Schumacher-Fan!) schenken, weil er genau dann (Zeitpunkt der Reise) frei hat.
Und mein Geliebter auch."
Zwei Tage später eine Mail mit der Bestätigung, daß die Redaktion sich dafür entschieden hätte, daß meine "Begründung" gewonnen hätte. (Ohje, wie grottenschlecht müssen da die anderen Einsendungen gewesen sein - wahrscheinlich so Sprüche wie "Ich bin der größte Schumi-Fan, den es gibt, ich gucke jedes Rennen!" oder so...)
Meine Freude hielt sich in Grenzen.
Mein damaliger Freund, dem ich die Reise dann ja tatsächlich schenkte, hätte mich wahrscheinlich allein nur deswegen geheiratet.
Um das zu erklären, müßte ich erzählen, daß er ein Fan der
Ich glaube, mir war in meinem Leben noch nie etwas so peinlich.
Das sind ja Sachen, die weiß man nicht, wenn man jemanden kennenlernt. Die stellen sich ja wie so vieles erst im Laufe der Zeit (hier: beim ersten Rennen) heraus.
Und ich glaube, diese Dinge spielten auch eine große Rolle bei unserer Trennung kurze Zeit später.
Dem Jungen standen also die Tränen in den Augen, als ich ihm durch meine dämliche Antwort ein Shake-Hands mit seinem Idol ermöglichte.
Daß das ganze Treffen nur 10 Minuten dauerte (und er nur einer von ca. 30 Männern war, die darum anstanden, zu Schumi hinab- oder hinaufzublicken) und der ganze Aufwand (Charterflug ab Ahden/Lippstadt, Umsteigen in Frankfurt, Übernachtung in einer italienischen Kaschemme) eigentlich in keinem Verhältnis standen, sehe wahrscheinlich nur ich so.
Auf meiner Hass-Liste (siehe Punkte 18-21) stand Schumi aber schon vorher.
Künftig mache ich nur noch bei Preisausschreiben für mindestens 2 Personen mit, wo es eine Reise in die Karibik zu gewinnen gibt.
Oder ein Auto.
Aber bitte keinen Ferrari.
Ich hasse Rot.
Und Schumacher.
Ich wollte es nur nochmal erwähnt haben.
Nicht, daß ich das vergesse.
Budenzauberin - 2005-05-24 14:02 - gezaubert in: geLEBT