Da werden Erinnerungen wach, als wir noch zu dritt um die Häuser gezogen sind und "Laterne, Laterne" gesungen haben. Und wenn die noch nicht so recht zogen, "Simmel-Sammel-Rumdibas" - da wurde etwas deutlicher, worauf wir aus waren, und zu guter letzt "Rabimmel-Rabammel-Rabumm", bis endlich der Süßigkeitenschrank oder die Bank geöffnet wurden. Das war nicht so plump-erpresserisch, wie heute an Halloween, und für die älteren Leute hatte Sankt Martin auch etwas mehr Wiedererkennungswert als Trick or Treat.
Komische Traditionen. Bei Bateman, der ja gerade nur mal gute 40 KM entfernt wohnt, gibt's das auch mit dem an-Sankt-Martin-um-die-Häuser-ziehen.
Bei uns hier, im Herzen NRW's *g*, wird nur an Karneval an den Haustüren geklingelt, gesungen und Süßkram einkassiert.
Und Halloween finde ich hier in Deutschland bescheuert.
40 km entfernt wovon? Das Singen in meinem Fall war natürlich in meiner alten Heimat. Hier am Rhein wohn ich erst seit ca. 10 Jahren. Da scheint es doch regional über Deutschland verteilt Martins- und Dreikünigsinseln zu geben. (Die Karnevalsinseln sind ja weitgehend bekannt.)
Oh ja, Sankt Martins Umzüge im Kindergarten, das waren noch Zeiten... Laternenbasteln und einstudieren der St. Martins-Geschichte, dann an St. Martin das Stück aufführen und der Umzug durch das Dorf. Und man durfte sooo lange aufbleiben!
Ich war sogar mal Sankt Martin in dem Stück *g*
Wolkentage: bei uns gibt es einen traditionellen Umzug, und zwar grundsätzlich immer erst am 11.11., mit Blaskapelle durch das Dorf, wobei da alle Kinder mitmachen dürfen (die Kindergärten veranstalten zumeist ihre eigenen Laternenfeste). Ganz früher ritt dem Zug voran "Martin" auf einem Pferd. Seit das aber mal vor einigen Jahren durchgegangen ist und dabei ein paar Menschen leicht verletzt hatte, verzichtet man auf den Gaul. Der Umzug endet auf dem Sportplatz, auf dem das Mantel-Teilungs-Stück gespielt wird, anschließend wird ein mittelgroßes Feuer entfacht,.und dann heißt es
"Mein Licht geht aus, wir geh'n nach Haus - Rabimmelrabammelrabumm."
Achsoja, und auch ganz typisch für diese Region hier sind die "Stutenkerle" an Sankt Martin bzw. auch schon ein paar Tage vorher - so gebackene Männchen mit Rosinen und Tonpfeife.
Ich glaube, ich habe da was verwechselt - die Stutenkerle an Sankt Martin haben keine Pfeifen, sind aber baubackgleich mit denen, die es zu Nikolaus gibt. Die Pfeifen sind nur im Laufe der Zeit zu Pfeifen mutiert und waren früher mal der Bischhofsstab.
[/erklärbär]
also bei uns sind es eindeutig pfeifen sogar rauchbare wie ich in meiner Kindheit festgestellt habe. allerdings verbrennt man sich dabei gewaltig die Finger und schlecht wird einem auch ,aber das könnte auch an der tabak wahl liegen.
Da haben Sie sich aber sehr viel Mühe gegeben.