Montag, 30. Oktober 2006

To Do-Liste 30.10.- 3.11. 2006

- Montag, 15.20 Uhr Elternsprechtag
- Werkstatttermin für Reifenwechsel machen Montag, 13.30 Uhr
- HNO-Termin für mich machen
- Laternenbasteln im KiGa (ist erst nächsten Dienstag)
- im Kino "Deutschland - Ein Sommermärchen" gucken
- halbjährlich fällige Zahnarzttermine für alle Kinder und mich machen
- Gewerbeanmeldung für "Budenzauber" tätigen
- Garten winterfestigen
- mit der neuen Katze zum Tierarzt
- Garage aufräumen
- Licht am Fahrrad der Ältesten reparieren (eilt nicht, ist ja jetzt morgens wieder früher hell)
- bei E.ON einen Mitarbeiter anschwärzen, der während seiner Arbeitszeit privat im Netz surft
- mit Ker0zene ein Date zur Abholung seiner endlich geleerten Cola-Kiste vereinbaren
- Freitag, 15.40 Uhr Masern-Auffrischungsimpfung bei der Kleinsten

(tbc)

Die 4 Phasen.

Nach dem von Dr. Jellinek benanntem Schema.

A: die Symptomatische Phase.

"Alkohol im Alltag ist ein Problem, von dem wir meistens nur die Spitze des Eisbergs zu sehen bekommen. Der beste Indikator dafür, daß etwas mit dem Trinkverhalten der Männer nicht mehr stimmt, sind die Frauen. Sie reagieren wie ein feinfühliger Seismograph auf alle Stimmungsschwankungen und Veränderungen. Wenn sie das Gefühl haben, er trinkt zuviel, dann liegen sie vermutlich richtig. Stellt die Angehörige sich überhaupt die Frage, ob ihr Mann noch "normal" trinkt, dann hat man es in der Regel bereits mit einem auffälligen und damit natürlich "unnormalen" Trinkverhalten zu tun. Allein die Tatsache, daß sich jemand diese Frage stellt, deutet schon darauf hin, daß etwas nicht stimmt!

(...)
Eine weit verbreitete Trinkgewohnheit ist das "Entspannungstrinken". Hier geht es im Gegensatz zum Genußtrinken nicht um das Auskosten eines Augenblicks, sondern in erster Linie um das Verändern einer (schlechten) Stimmungslage. Während beim Genuß die Gegenwart überhöht erlebt werden kann, wird sie vom Entspannungstrinker als belastend eingestuft und muß verändert werden, wie z.B. nach einem harten Arbeitstag. Viele Menschen können sich nicht mehr ohne Hilfsmittel entspannen und greifen dann zum Alkohol. In diesem Fall verändert der Mensch das Gefühl der Erschöpfung, das ihm unangenehm ist, in ein wohliges Gefühl der Entspannung.
Gegen das Entspannungstrinken ist nur wenig einzuwenden, es ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Ein Nachteil wird dabei aber gerne übersehen: die Alkoholwirkung, die einsetzende leichte Euphorie, überdeckt das eigentliche Problem und führt zu gelegentlichen Fehleinschätzungen einer Problemsituation. Aber das ist nur eine Gefahr beim Entspannungstrinken. Ein anderer Bereich ist viel gefährlicher und wird viel öfter unterschätzt: das Entstehen von Gewohnheiten. Wer einmal die wohltuende Wirkung des Alkoholtrinkens nach Streß oder Anspannung und Ärger erlebt hat, wird sie immer wieder suchen.

(...)
Aber wer gibt schon gerne zu, daß er zuviel trinkt? Der Konsum wird heruntergespielt und verniedlicht: aus dem Bier wird das "Bierchen", aus dem Schnaps das "Schnäpschen" und aus dem Glas wird das "Gläschen".
Die meisten Männer verwandeln sich bei der Frage nach der Trinkmenge entweder in eine wütende Person, die man besser nicht weiter belästigt, oder in ein kleines Kind, das sein schlechtes Gewissen mit einer Verharmlosung beruhigt und hofft, Mama wird darauf schon nicht böse reagieren.

(...)
Wieso wird die Kritik am alltäglichen Alkoholkonsum von den Kritisierten emotional so engagiert aufgenommen und ärgerlich abgewehrt? Warum reagieren Männer so allergisch auf die Kritik? Wovor haben sie Angst? Ganz einfach: weil die meisten mit Alkoholikern die Penner meinen. Und darum sind wir keine Alkoholiker, denn wir sind nicht ungewaschen und stinken nicht nach billigem Wermut.
Das Schielen auf die Randgruppen in unserer Gesellschaft und die Gleichsetzung mit normabweichendem Trinken ermöglicht es dem Normalverbraucher, sich vom Alkoholismus zu distanzieren: "Soweit ist es bei mir ja wohl wirklich nicht gekommen!" sagen sich viele Männer. Diese Gleichsetzung hat aber auch noch andere Auswirkungen: ist es einmal so weit gekommen, daß jemand wirklich zuviel trinkt und es sich selbst eingesteht, wird er sich dennoch nicht als alkoholkrank oder Alkoholiker sehen können, weil das Vorurteil nach wie vor in seinem Kopf rumgeistert, daß Alkoholiker Penner seien. Und da er kein Penner ist, kann er auch kein Alkoholiker sein. So einfach ist das.
Diese Angst kann mitunter so tief sitzen, daß die vielleicht berechtigte Kritik der Ehefrau am Trinkverhalten des Mannes nicht eingesehen werden kann, weil sonst die Horrorvision wahr werden könnte. Je schlechter das Gewissen, desto größer die Abwehr der Kritik. Heißt: hat der Mann "Dreck am Stecken", und weiß er das auch, wird er um so vehementer jede Kritik an seinem Trinkverhalten abwehren, um ja nicht in den Verdacht zu kommen, Alkoholiker zu sein.


(Aus: Wenn Männer zuviel trinken von Annegret und Wolfgang Weikert, Goldmann)

Die Zitate da oben sind ein geringer Teil dessen, was ich in dem Buch mal alles so angestrichen habe, als ich mit einem Hardcore-Alkoholiker 5 Jahre zusammen war. Das Buch war mir eine große Hilfe, wenn nicht sogar die einzige, um von diesem Mann loszukommen bzw. ihn loslassen zu können.

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